Handball BSG Chemie
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20Jahre

Arno Könze - der “Vater” der Sektion  von Rolf Hermann, MNN

Spricht man mit den Handballern der BSG Chemie,Mansch48 dann ist ihr zweites Wort “ Fußball “. Sie alle sind Leutzscher, so, wie man sie in der DDR kennt, Anhänger ihrer                   Fußball-Oberligamannschaft, die sie zu Hause stets und auswärts oft unterstützen.

Es ist eine notwendige Vorbemerkung, denn diese Stellung zu den Fußballern hat nie dem Gefühl lange  Oberhand  gegeben, daß der  “ König der Ballsportarten” allzusehr den Vorrang hat. Die Handballer sind gegenwärtig eine recht kleine Gruppe mit etwa fünfzig Sektionsmitgliedern,           wobei in den Zeitungen selten etwas von den Chemie-Hanballern  zu lesen ist. Sie spielen alle im Kreismaßstab, der durch  die Schuld des Stadtfachausschusses Handball doch ein weißer Fleck für die Berichterstattung geworden ist.             Eine Großfeldmannschaft ist als Chemie 1 an den Punktspielen beteiligt, eine Kleinfeldmannschaft der  Männer spielt als Chemie II.  Dazu gehört noch eine weibliche B-Jugendmannschaft. Wenn die BSG Chemie auch jetzt ihren 20.Gründungstag feiert, so gehen die Wurzeln doch einige Zeit zurück zur ZSG Industrie. Ein Jahr nach dem Ende des 2.Weltkrieges spielte mann dort wieder Handball. Blättert man heute in der Chemie-Mitgliederkartei und in damaligen Unterlagen, so sind in beiden die Namen der Sportfreunde Willy Simon, Claus Hentschel, Siegfried Kurth, Dieter Franz, Heinz Albrecht und Albert Barth zu finden, wobei der zuletzt Genannte inzwischen von Rasen auf Asphalt umgestiegen ist. Paul Nitschmann aus der Mannschaft der ersten Jahre leitete beim ersten Turn- und Sportfest der DDR als Sportinstrukteur beim SC Dynamo Berlin die Übung der Sportvereinigung Dynamo. Der eingangs erwähnte Dieter Franz qualifizierte sich inzwischen zum ökonomischen Leiter des Blechverformungswerkes Leipzig.                                       

Im Vergleich zur Gegenwart erreichte die Mannschaft größere Erfolge in den Anfangsjahren. Man spielte in der damaligen Sachsenliga und stellte mit Rudi Winkler sogar einen Spieler für die Sachsenauswahl. In den ersten Jahren unserer sozialistischen Sportbewegung gehörten die Vergleiche der einzelnen Sportvereinigungen zu den Höhepunkten. Vier Jahre nach Gründung der BSG Chemie gewannen die Handballer die Chemie-Meisterschaft der DDR durch einen Endspielerfolg gegen Chemie Meißen.

Die weitere Geschichte des Handballs in der BSG ist einerseits vom leistugsmäßigen Abfall (bis 1959 Bezirksliga, dann Abstieg, Rückkehr 1960, erneuter Abstieg bis in den Kreis) gekennzeichnet, anderseits vom ständigen Bemühen vieler Sportfreunde in der Sektion, das Auseinanderfallen zu verhindern. Einer von ihnen ist Arno Könze, der 1952 von Einheit Messe zu den Chemikern kam, nachdem er als Kind beim ATSV “Vater Jahn”  auf dem jetzigen Chemie-Platz und später als Jugendlicher beim TV Leutzsch gespielt hatte. Als Jugendleiter baute er 1952 eine weibliche Schülermannschaft auf, die er als Übungsleiter bis ins Frauenalter führte. Dann “platzte” diese Mannschaft jedoch, weil einige Spielerinnen aus Leipzig wegzogen, andere aus familiären Gründen aufhörten.

Inzwischen hatte Arno Könze, der 1956 Vorsitzender der Spielkommission des Stadtfachausschusses Handball wurde und seit 1966 stellvertretender Vorsitzender des Stadtfachausschusses ist, jedoch eine neue Mannschaft aufgebaut.

1954 begannen seine Bemühungen mit Schülern. Erfolge stellten sich ein. Diese Mannschaft wurde 1957 Dritter der Stadtmeisterschaft im Kleinfeldhandball und 1959 Fünfter bei der Stadtmeisterschaftd der Jugend in der Halle. Diese “Truppe” ist über die vielen Jahre zusammengeblieben und bildet nun den Stamm der ersten Männermannschaft. Arno Könze ist selbstverständlich stolz darauf, das nach 15 Jahren noch sechs Mann der damaligen Schülermannschaft - unter ihnen sein Sohn Peter und der jetzige Sektionsleiter Kurt Dörner - deBrno68r BSG Chemie die Treue gehalten haben.

Wie schwer es eine so kleine Sektion hat, Mannschaften heranzubilden, spürte man bei Chemie immer wieder.

Vor 10 Jahren wurde - wieder hatte vornehmlich Arno Könze seine “Finger im Spiel” - erneut der Versuch mit einer männlichen Schülermannschaft gemacht. Sie gewann so an Spielstärke, daß drei Spieler zur Stadtmannschaft der B-Jugend gehörten. Doch die Trainigsmöglichkeiten waren bei Chemie nicht gut; Dynamo bot damals besser. So meldeten sich neun junge Spieler geschlossen ab und gingen zu Dynamo.

Vor fünf Jahren setzte sich die Sektion Handball von Chemie mit der 57. Oberschule zusammen. Ergebnis war der Aufbau einer Schülermannschaft. Doch beim Wechsel zur B-Jugend traten Schwierigkeiten wegen der Altersunterschiede auf. Durch Abgänge brach die Mannschaft auseinander, wobei jedoch aus ihr drei Spieler der jetzigen Männermannschaft hervorgegangen sind. Zwanzig Jahre sind auch für eine kleine Sektion ein Zeitraum vieler Beweise von Einsatz, vieler netter Erlebnisse und froher wie ärgerlicher Stunden. Darüber zu schreiben, würde den Charakter eines solch kurzen Abrisses einer Sektionsgeschichte ändern. An dieser Stelle sei gleichzeitig die Bitte geäußert, daß die Nennung dieses oder jenes Namens nur der Ausdruck verdichteter Gespräche mit mehreren Sportfreunden ist, die sich der vergangenen 20 Jahre erinnerten. Zwangsläufig kommt manche Aktivität zu kurz

Über eine besondere Aktivität muß aber noch berichtet werden. Also vor einigen Jahren aus dem Lichtspieltheater in Kleinzschocher die Sporthalle Südwest wurde, arbeiteten auch die Betriebssportgemeinschaften mit, die Nutzer dieser neuen Sportstätte werden wollten. An der Spitze, vom Umfang und der Qualität der zahllosen Arbeiten beim Kino-Umbau, stand die Sektion Handball von Chemie, die sich erneut in sehr starkem Maße einsetzte, als aus der wegen ihres schlechten Belags gefürchteten “Bumserhalle” von Kleinzschocher eine Sportstätte mit spielgerechtem Parkettbelag wurde.

Viel mehr als bei Vertretungen höherer Spielklassen, denen Reisen nichts Besonderes sind, werden internationale Begegnungen für Mannschaften der Kreisklasse zu besonderen Höhepunkten, wobei das Spielresultat meist in den Hintergrund tritt. Noch zwei Jahre danach spricht man in Chemies Handballkreisen begeistert vom Aufenthalt einer Mannschaft von ZKL Brno in der Messestadt mit dem reichhaltigen gemeinsamen Programm und dem erlebnisreichen Gegenbesuch im Juli 1968.

20 Jahre einer Sektion sind eine günstige Gelegenheit, denjenigen zu danken, die während dieser Zeit wesentlich die Geschicke der Sektion mitbestimmten - den Sektionsleitern. Nachdem zur Zeit des Vorläufers ZSG Industrie Kurt Kellner die Sektion leitete, wurde Dieter Franz, der heute noch als Handballer aktiv ist, sein Nachfolger. Die längste Zeit ist der Name Ehrhardt Wolf an der Spitze der Chemie-Handballer zu finden. Heute noch als Schiedsrichter für Chemie aktiv, wurde er von 1952 bis 1963 immer wieder zum Sektionsleiter gewählt. Von 1963 bis 1968 erhielt Willy Simon das Vertrauen, der ebenso wie der heutige Sektionsleiter Kurt Dörner noch aktiver Handballer bei Chemie ist.

Aus der Festschrift “Zwanzig Jahre BSG Chemie Leipzig”

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